Schorfheide

Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, nordöstlich von Berlin gelegen, umfasst eine eindrucksvolle Kulturlandschaft mit rund 240 Seen, tausenden Mooren und ausgedehnten Wiesen und Äckern.  Generationen von Menschen prägten die unterschiedlichen Landschaftsformen. 

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Schorfheide als Jagdgebiet von DDR-Politikern, insbesondere von Erich Mielke und Erich Honecker vereinnahmt, die wiederum russische Staatspräsidenten zur Jagd einluden. Chrustschow, Breschnew, Gorbatschow – jeder russische Präsident nach Stalin war hier. Doch nach dem Mauerfall 1989 hatte sich die politische Dominanz der Jagd erledigt. 

 

Das 1990 gegründete Biosphärenreservat gehört mit 129.161 Hektar zu den größten Schutzgebieten Deutschlands, es repräsentiert eine über Jahrhunderte gewachsene harmonische Landschaft in der jungen Eiszeitlandschaft des nordostdeutschen Tieflands. Sie beherbergt eine außergewöhnlich hohe Biodiversität von Kulturfolgern. 

Das stille, dünnbesiedelte Land ist auch Lebensraum vieler vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten, die ungestörte Räume brauchen. In den naturnahen Wäldern brüten See-, Fisch- und Schreiadler, Kranich und Schwarzstorch. Biber und Fischotter sind über das ganze Schutzgebiet verbreitet. Hier finden sich noch ausgedehnte Wälder, neben der Schorfheide mit riesigen Kiefernwäldern und uralten Huteeichen beherbergt das Biosphärenreservat große unzerschnittene Tiefland-Buchenwälder.

In der Schorfheide gibt es wenige Kuriositäten, weil kaum etwas los ist. Vielmehr ist die Zeit hier stehengeblieben, die Uhren ticken langsamer. Und auf die Frage: „Wie spät ist es?“, erhält man häufig ein Schulterzucken zur Antwort.

Laut Prof. Dr. Martin Guericke von der Eberswalder Fachhochschule für nachhaltige Entwicklung ist die Schorfheide als Teil des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorindas das „gesündeste Erholungsgebiet Deutschlands“ ist. Weniger als 10.000 Menschen leben in der Gemeinde auf rund 240 Quadratkilometern.

Schorfheide in Zahlen

  • mit rund 65.000 Hektar Fläche eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas 
  • seit etwa 700 Jahren bedeutendes Jagdgebiet mit besonderer Historie
  • 350 Kilometer ausgeschilderte Wanderwege führen durch die Region
  • Naturreich mit nur 30 Einwohnern je Quadratkilometer
  • mit knapp 1.700 Sonnenstunden jährlich eine der sonnenreichsten Urlaubsregionen
  • mehr als 2.000 alte Eichen (400-800 Jahre) wachsen hier